Gastbeitrag von Nadine Lechner-Kari
Nadine Lechner-Kari ist Inhaberin der Online-Marketing-Agentur Klartext KI. Wahlinnviertlerin. Selbsternannte Erdäpfelspezialistin, eine Eigenheit, die sie der Internatszeit am MultiAugustinum in St. Margarethen im Lungau verdankt, wo Erdäpfel nicht Beilage waren, sondern Hauptdarsteller. Neben Erdäpfelgulasch mag sie Erdäpfelpuffer, am liebsten die vom Schweizerhaus, mit einem ordentlichen Wumms Knoblauch. Schreibt genauso gern Rezept-Blogs wie sie SEO und GEO optimiert.
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Community-Bewertung zum Rezept: wieder vergessen.
Heute Mittag koche ich fürs COWORKINGSALZBURG. Erdäpfelgulasch nach Wiener Art, vegan. Daneben steht eine kleine Schüssel mit aufgeschnittenen Braunschweigern. Wer mag, gibt sich was rauf. Wer nicht mag, isst es ganz einfach ohne.
Genau dafür ist veganes Erdäpfelgulasch gemacht.
Es ist deftig genug, dass es nicht nach wässriger Suppe schmeckt. Es lässt sich gut vorbereiten und zwischen zwei Calls schnell aufwärmen. Und es passt in einen Topf. Also easy zu transportieren. In einem Coworking-Space ist das die halbe Miete: ein Gericht, das einen großen Tisch satt bekommt und die Küche sauber hinterlässt.

In diesem Beitrag findest Du das Rezept für veganes Erdäpfelgulasch Wiener Art für 4 Portionen, die Antwort auf die Frage, was den Wiener Stil eigentlich ausmacht, und einen Dessert-Bonus: einen veganen Japanese Cheesecake, der sich fast von selbst macht, während das Gulasch zieht.
Was Wiener Erdäpfelgulasch ausmacht
Wiener Erdäpfelgulasch unterscheidet sich vom deutschen Kartoffelgulasch schon im Namen. Und dann in drei weiteren Punkten.
Man nutzt mehlige Erdäpfel und lässt sie absichtlich teilweise zerfallen, damit die Stärke die Sauce sämig bindet. Kümmel, Majoran und Paprika ergeben die heilige Dreifaltigkeit der Gewürze, die zu den Zwiebeln untergehoben wird. Und ein ordentlicher Schuss Essig macht das Gericht überhaupt erst wienerisch.
Klassisch kommt Wurst dazu, oft Braunschweiger oder Frankfurter (kein Wiener-Würstchen). Und mancherorts gibt es in Kärnten eine Variante mit Faschiertem. Im Original wird in Butter angeschwitzt, mit Rindssuppe aufgegossen.
Für die vegane Version drehst Du an drei Schrauben.
1. Butter wird Öl.
2. Rindssuppe wird kräftige Gemüsebrühe.
3. Die Wurst kommt separat dazu. So bleibt das Erdäpfelgulasch vegan. Nur wer mag, baut sich ein Topping drauf.
Das ist der entscheidende Trick für Coworking-Küche, Familientisch oder Catering. Du hältst das Gericht im Kern pflanzlich und lässt die Wurst zum Aufstreuer werden. Niemand muss verzichten, niemand muss extra kochen.
Zutaten für veganes Erdäpfelgulasch (4 Portionen)
Für das Gulasch
- 1 kg mehlige Erdäpfel (z. B. Ditta, Erika, Sava)
- 2 große Zwiebeln (ca. 300 g)
- 3 Knoblauchzehen
- 3 EL Pflanzenöl (Sonnenblumen oder Rapsöl, geschmacksneutral)
- 1 gehäufter EL Paprikapulver edelsüß
- 1 TL Paprikapulver rosenscharf (optional, für Schärfe)
- 1 TL Kümmel, gemahlen
- 1 TL Majoran, getrocknet
- 2 EL Apfelessig (oder Weißweinessig)
- 800 ml kräftige Gemüsebrühe
- Salz, frisch gemahlener schwarzer Pfeffer
Als optionales Topping
1 Stange Braunschweiger (ca. 200 g), in dünne Halbmonde geschnitten und kurz in der Pfanne erwärmt, separat in einer Schüssel serviert.
Tipp für die Vorratsküche: Mach gleich die doppelte Menge. Erdäpfelgulasch schmeckt am zweiten Tag besser. Das ist nicht Folklore, das ist Chemie. Die Stärke quillt nach, die Säure rundet sich aus.
Zubereitung Schritt für Schritt
Aktive Zeit: ca. 10 Minuten. Gesamtzeit: ca. 40 Minuten. Schwierigkeit: easy.
Schritt 1: Vorbereiten. Erdäpfel schälen und in etwa 2 cm große Würfel schneiden. Zwiebeln in feine Würfel schneiden, Knoblauch fein hacken oder pressen. Die Brühe heiß stellen, damit sie beim Aufgießen den Topf nicht abkühlt.
Schritt 2: Zwiebel anschwitzen. Öl in einem schweren Topf erhitzen. Die Zwiebeln bei mittlerer Hitze etwa 8 Minuten goldgelb anschwitzen. Hier nicht hetzen. Eine ordentlich karamellisierte Zwiebel ist die Geschmacksbasis des Gulasch.
Schritt 3: Würzen und ablöschen. Topf vom Herd ziehen, damit das Paprikapulver nicht verbrennt. Paprika edelsüß, optional rosenscharf, gemahlenen Kümmel und Majoran zu den Zwiebeln geben, kurz unterrühren. Sofort mit dem Essig ablöschen. Topf zurück auf die Platte, mit der heißen Brühe aufgießen. Aufkochen.
Schritt 4: Erdäpfel und Knoblauch dazu. Erdäpfelwürfel und Knoblauch hinzugeben. Bei mittlerer Hitze etwa 25 bis 30 Minuten köcheln lassen, bis die Erdäpfel weich sind. Zwischendurch immer wieder umrühren. Wer die Sauce richtig sämig will, drückt mit dem Kochlöffel ein paar Erdäpfelwürfel am Topfrand zerquetscht. Die Stärke löst sich und bindet von selbst.
Schritt 5: Abschmecken. Mit Salz, Pfeffer und bei Bedarf einem weiteren Spritzer Essig abschmecken. Wenn die Sauce zu dick ist, ein Schluck Brühe. Wenn zu dünn, drei Minuten ohne Deckel weiter ziehen lassen.
Schritt 6 (optional): Topping. Braunschweiger in Halbmonde schneiden, in einer kleinen Pfanne ohne Fett anbraten, bis sie Farbe bekommen. Separat in einer Schüssel servieren, daneben einen Löffel. Wer mag, streut sich was über den Teller.
Fertig.

Das Cowork-Mittagessen-Prinzip
Veganes Erdäpfelgulasch ist nicht das einzige Gericht, das dieses Prinzip erfüllt. Aber es ist eines der besten. Drei Gründe.
Es füllt einen großen Topf, ohne extra Beilagen zu brauchen. Es lässt sich am Vormittag vorkochen und um 12 Uhr nur noch warm machen. Kein Stress zwischen Meetings. Und es ist verträglich für die meisten Ernährungsformen: vegan, vegetarisch, omnivor, glutenfrei, laktosefrei, nussfrei.
Wer im Coworking-Space gemeinsam kocht oder ein Team-Lunch organisiert, fährt mit dieser Logik fast immer richtig. Pflanzliche Basis im Topf, Tierisches als optionales Topping. So bekommst Du einen Tisch satt, an dem Veganer:innen, Flexitarier:innen und Klassiker:innen sitzen, ohne dass die Küche zur Bestellaufnahme wird.
Häufige Stolperfallen und wie Du sie umgehst
Zu dünne Sauce. Mehr Erdäpfelwürfel am Rand zerquetschen. Wenn das nicht reicht, einen kleinen rohen Erdäpfel reiben und unterrühren. Niemals mit Mehl binden. Das verändert den Geschmack.
Zu wenig Würze. Wahrscheinlich hat der Essig gefehlt. Wiener Gulasch lebt vom Säure-Kick. Lieber zwei Spritzer mehr als zu wenig.
Bitterer Geschmack. Das Paprikapulver ist beim Anbraten verbrannt. Beim nächsten Mal Topf kurz vom Herd ziehen, Paprika rein, umrühren, sofort mit Essig ablöschen.
Mehlige Erdäpfel nicht bekommen. Vorwiegend festkochende gehen auch. Dann musst Du etwas länger köcheln und mehr Würfel zerquetschen, damit die Sauce bindet.Topf ist Dir zu klein für die Cowork-Runde. Verdopple die Mengen sauber. Beim Anschwitzen in zwei Etappen arbeiten, sonst dünsten die Zwiebeln statt zu rösten.
FAQ veganes Erdäpfelgulasch Wiener Art
Was unterscheidet veganes Erdäpfelgulasch Wiener Art vom deutschen Kartoffelgulasch?
Der Wiener Stil setzt auf mehlige Erdäpfel, die Gewürz-Kombination aus Kümmel und Majoran und einen kräftigen Schuss Essig. Das deutsche Kartoffelgulasch verzichtet meist auf den Essig und ist weniger sämig.
Welche Erdäpfel sind für veganes Erdäpfelgulasch am besten?
Mehlige Sorten wie Ditta, Erika, Sava oder Agria. Sie zerfallen leicht und binden die Sauce über ihre Stärke. Vorwiegend festkochende gehen auch, dann etwas länger köcheln und mehr Würfel zerdrücken.
Wie lange hält sich veganes Erdäpfelgulasch?
Im Kühlschrank gut verschlossen drei bis vier Tage. Am zweiten Tag schmeckt es deutlich runder. Einfrieren funktioniert auch, dabei werden die Erdäpfel allerdings etwas weicher.
Kann ich veganes Erdäpfelgulasch glutenfrei zubereiten?
Ja, ohne Anpassung. Achte nur darauf, dass die Gemüsebrühe glutenfrei ist (manche Brühpulver enthalten Weizen).
Wie mache ich die Sauce sämiger, ohne Mehl?
Ein paar Erdäpfelwürfel am Topfrand mit dem Kochlöffel zerdrücken, dann verrühren. Die freigesetzte Stärke bindet die Sauce natürlich.
Was kann ich statt Braunschweiger als Topping nehmen?
Geräucherter Tofu in Würfeln, geröstete Kichererbsen, gebratene Räucherseitan-Würfel oder ein Klecks veganer saurer Rahm mit Schnittlauch.
Ist veganes Erdäpfelgulasch alltagstauglich?
Sehr. Aktive Arbeitszeit etwa 10 Minuten, der Rest läuft auf dem Herd nebenher. Ideal für Mittagsküche, Cowork-Lunch oder Sonntags-Eintopf.
Funktioniert das Rezept auch ohne Kümmel?
Funktionieren ja. Wienerisch nein. Wer Kümmel nicht mag, mahlt ihn fein, dann fällt er nicht mehr auf.
Wieviel kostet eine Portion ungefähr?
Mit Standard-Zutaten landest Du bei rund 1,50 bis 2 € pro Portion. Damit ist veganes Erdäpfelgulasch eines der günstigsten warmen Mittagessen, das Du in Salzburg kochen kannst.
Dessert-Bonus: mein 5-Euro-Cheesecake aus dem Kühlschrank
Ehrlich gesagt: mein Japanese Cheesecake ist eigentlich keiner. Er wird nicht gebacken, hat keinen Eischnee und sieht nicht aus wie ein wolkiges japanisches Soufflé. Er steht über Nacht im Kühlschrank, macht sich quasi von selbst und kostet im Einkauf 5 € für 10 Portionen. Genau das ist der Punkt.
Zutaten für eine mittelgroße Auflaufform (ca. 10 Portionen)
• 3 Packungen Sojajoghurt natur (à ca. 400 bis 500 g)
• Barista-Sirup mit Walnuss-Geschmack, nach Gefühl (ca. 4 bis 6 EL)
• 1 Packung Oreo-Kekse (oder eine vegane Alternative aus dem Bio-Regal)
So geht’s
Sojajoghurt in eine Auflaufform geben. Walnuss-Sirup unterrühren, probieren, bei Bedarf nachsüßen. Oreo-Kekse grob zerbröseln und unterheben oder als Schicht oben drauf verteilen. Form abdecken und über Nacht in den Kühlschrank. Am nächsten Tag direkt aus der Auflaufform löffeln. Wer es schicker servieren will, schichtet das Ganze in Dessertgläser.
Warum das funktioniert: Sojajoghurt zieht über Nacht an und wird cremiger. Die Oreos weichen leicht durch und geben Biss. Der Walnuss-Sirup gibt die Tiefe, die ein klassischer Cheesecake aus Butter und Frischkäse hat. Ohne Backen, ohne Aquafaba, ohne Stress. Für die Cowork-Runde am Mittwoch heißt das: Dessert am Vorabend gemacht, Auflaufform um 12 Uhr zwischen Erdäpfelgulasch und Wasser gestellt. Fertig.
Was bleibt vom Mittagessen
Ein Topf, der mehrere Esstische glücklich macht. Ein optionales Topping, das niemanden ausschließt. Ein Dessert, das am Tag davor in Ruhe vorbereitet wird. Mehr braucht ein gutes Cowork-Mittagessen nicht.
Wenn Du das Rezept ausprobierst, schreib mir gern, wie es bei Deinem Tisch ankam. Und wenn Du im COWORKINGSALZBURG Club in der Jakob Haringer Straße 3 vorbeischaust: vielleicht ist es ein Mittwoch, an dem ich koche.
Rezept-Inspiration: Das klassische Rezept (mit Butter und Rindssuppe) stammt von Jenny Rose auf happyplates.com. Die vegane Adaption auf Öl und Gemüsebrühe, plus optionales Wurst-Topping für Mischtische, kommt aus der Coworking-Küche.
Du möchtest einmal für Kolleg:innen, deine Community oder mehrere Freund:innen kochen? Hier findest du weitere Rezepte unserer Coworking Lunches – erprobt und unkompliziert.
- Coworking Lunch #1: Kürbisrisotto
- Coworking Lunch #2: New Potato, Green Bean & Tomato Niçoise

